Chaplin's Heilige Birmas
Heilige Birma Zucht im Rhein-Main-Wetterau-Kreis


Startseite | Aktuelles | Rasseportrait | Über uns | Katzen | Kitten | Kontakt | Links | Rainbow

 

Gedanken zur Frühkastration


(Im Anschluss an diesem doch recht umfangreich gewordenen Gedanken :o), finden Sie noch diverse Links zu Erfahrungsberichten und Informationen des Senders HR3 "Herrchen gesucht" bzw. zur Tierhilfe Kassel)

 

Leider kommt es immer wieder vor, dass Kitten unter dem Vorwand "Liebhaberei" ein neues Zuhause finden und dann der Passus im Kaufvertrag einer Kastrationsverpflichtung nicht nachgekommen wird. Ein nicht unerheblicher Teil der Interessenten spielen mit dem Gedanken, doch irgendwann einen bzw. mehrere Würfe zu ziehen, sei es weil die Katze ja so teuer war bzw. im Bekanntenkreis Interessenten lauern, die auch gerne ein solches Kätzchen haben wollen, aber nicht einsehen, dem Züchter den "Geldbeutel zu füllen". Auch habe ich schon live und zu meinem Entsetzen miterlebt, wie jemand in meiner Gegenwart sagte ( sie wusste nicht, dass ich Züchter bin) " Ich habe mir ein Perser-Pärchen gekauft, jetzt wird erst mal Kasse gemacht" !!!!

Man braucht nur einschlägig bekannte Anzeiger aufzuschlagen und als Züchter bekommt man das kalte Grausen. Da werden Kitten ohne Stammbaum billig zum Kauf angeboten, zum Teil erst 6 Wochen alt (siehe untere Anzeige), weil die ja noch viel "knuddeliger" und somit "verkaufsrentabler" sind und die Nachfrage wird leider auch entsprechend groß sein.


Wissen eigentlich diese Verkäufer, was sie den Kleinen da zumuten?! Mit 6 Wochen haben sie gerade erst richtig angefangen feste Nahrung zu sich zu nehmen, möchten und brauchen aber dennoch noch die Wärme ihrer Mutter. Sie befinden sich gerade in einer wichtigen sozialen Lernphase, die sie für Ihren weiteren Lebensweg festigt. Man könnte es ungefähr vergleichen, als wenn man einer Mutter das Schulkind wegnimmt und sich selber überlässt.
Auch sind in diesem Alter noch keine Impfungen möglich, somit also auch keine weiteren Kosten für den Verkäufer.

Oder hat sich auch ein Käufer auch schon mal gefragt, was ein Stammbaum eigentlich wert ist, außer der Nachweis von den Vorfahren?
Ein solcher Vermehrer entzieht sich der Kontrolle eines Verbandes. Wer kontrolliert, wieviel Würfe die Kätzin im Jahr hat, ob die Haltungsbedingungen und Impfungen eingehalten werden, usw....?
Wird ein solcher Verkäufer auch nach der Abgabe noch für das Kitten da sein, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, geschweige denn einen Kaufvertrag machen, in dem er sich das Recht sichert, jederzeit das Kitten bzw. erwachsene Tier zurückzunehmen, falls es dem Besitzer nicht mehr möglich sein sollte, es zu halten? Einem seriösen Züchter ist es wichtig zu wissen, wem er dieses Tier in die nächste Obhut gibt.


 

Würde die Hauskatze heute das Problem der Überpopulation haben, wenn man sich von jeher mehr Gedanken über das ganze gemacht hätte??
Wenn man sie kontrolliert gezüchtet und nicht einfach wie ein "Ist-ja-nur-eine-Hauskatze" damit zu dem armen Geschöpf gemacht hätte, welches heute die Tierheime bevölkert.....

Ein ganz anderes Thema sind diejenigen, die zwar nicht die Vermehrung im Sinne haben aber der Natur nicht ins Handwerk pfuschen wollen. Oft sind es Männer, die die Kastration von Katern auf sich projizieren. Man will sich so was ja auch nicht antun....;o)
Aber haben diejenigen sich mal Gedanken darüber gemacht, was man dem Tier antut? Seine natürliche Bestimmung ist es sich zu vermehren und diesem Drang wollen auch gerne Katzen nachkommen. Ein Kater wird erwachsen und will decken, eine Katze wird rollig und will gedeckt werden....und sie dürfen nicht!
Würden wir Menschen damit leben wollen? Nun haben wir gegenüber der Tierwelt den Vorteil, das ganze zu verstehen, wenn wir was nicht dürfen oder können. Tiere nicht! Sie leiden unter diesem Zustand und können ihn nicht abwenden.
Das können aber wir Menschen für die Katzen tun. Ein Tier weiß nicht, was auf ihn zukommt. Es wird schlafen gelegt, wacht auf und irgendwann ist dieser unerträgliche Drang einfach nicht mehr da. Die Katze wird zufriedener, ausgeglichener und wird es seinem Besitzer mit all seiner Lieblichkeit zeigen und danken...

Deswegen habe ich mich entschlossen, meine Kitten frühkastriert abzugeben. Zum Glück gelangte mir zu diesem Zeitpunkt ein positiver Erfahrungsbericht einer amerikanischen Züchterin (siehe unten) in die Hände und nach Absprache mit meinem Tierarzt stand der Entschluss fest. Seit dem J-Wurf (Sommer 2002) habe ich nur positive Erfahrungen gemacht (schon am Telefon kann man meist die "Spreu vom Weizen" trennen ;o)

 


Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation?
Früher sagte man, Katzen werden sterilisiert und Kater kastriert. So hat man es vielleicht auch damals gehandhabt, aber bei der Sterilisation wird lediglich bei beiden Geschlechtern die Ei- bzw. Samenleiter durchtrennt. Das bedeutet aber, dass der Drang bestehen bleibt, es kann nur nichts mehr "passieren". Der Kater wird aber nicht aufhören zu markieren und bei der Kätzin besteht die potenzielle Gefahr der Gebärmutterentzündung ( die bei Nichtbeachtung zum Tod führen kann!)
Bei der Kastration wird der Kätzin ein Teil der Gebärmutter mitsamt der Eileiter raus genommen und dem Kater werden die Hoden abgenommen.
Somit werden die Hormone, die für den Drang zur Vermehrung dienen, nicht mehr "hergestellt" und die oben beschriebenen Verhaltensweisen treten nicht auf. Nur bei Katern, die bereits markieren und sehr spät kastriert werden, ist die Garantie, dass er mit dem markieren aufhört nicht mehr gegeben.


Natürlich sind manche Interessenten erst einmal sehr überrascht, weil es ja sonst immer hieß, dass erst eine Rolligkeit bei Kätzinnen  und beim Kater  erst mal alles entwickelt sein müsste, bevor kastriert werden kann. Dies ist allerdings mittlerweile genauso überholt, wie die frühere Annahme, eine Kätzin müsste erst einmal Baby's gehabt haben, bevor man sie kastrieren kann.

Es werden dann auch  gerne erst einmal andere Meinungen von Züchtern und auch des Tierarztes eingeholt. Meist werden dann aber die Liebhaber so verunsichert, weil die Tierärzte, die sich nicht daran trauen (ob wollen oder können) dagegen sind und es dementsprechend auch madig machen bzw Züchter, die die Kosten scheuen, erzählen, diejenigen Züchter wollen keine Konkurrenz....
Dieser Einwand ist bei mir nicht haltbar:
Ich gebe auch gerne an Züchter ab, allerdings möchte ich, dass es sich hierbei um Interessenten handelt, die von Anfang an sich über den Umfang ihres Handelns bewusst sind und sich vorher kundig machen, sich einem Verein/Verband anvertrauen und das alles Hand und Fuß hat. Züchten bedeutet nicht nur einfach Baby's in die Welt zu setzen und alles ist gut, sondern man muss sich von Anfang an darüber bewusst sein, dass man vom Deckakt bis hin zur Abgabe der Tiere eine Verantwortung trägt -  für die Mutter und die Kitten. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass eine Kittenaufzucht nicht nur mit positivem verbunden ist. Die Geburt kann voller Komplikationen sein, was man einschätzen lernen muss, um nicht die Mutter und/oder die Kitten zu gefährden. Habe ich die Zeit und die Muse mitten in der Nacht als Hebamme zu dienen ? Evtl. zum Tierarzt zu fahren, falls etwas nicht stimmt? Kann ich die Zeit aufwenden im schlimmsten Fall alle 2 Stunden Tag und Nacht (!) über die ersten Wochen die Kleinen zu füttern? Ist man sich bewusst, dass die Kleinen ab einem gewissen Alter (etwa gegen 5te-6te Woche  - und sie haben sie mindestens bis zur 12ten!) nicht nur knuddelig und süß sind sondern auch richtige Rabauken werden, die gerne an den Wänden und Möbeln kratzen (Sofas sind für Nachlauf spielen ganz besonders geliebt), Vorhänge gerne zum verstecken nehmen und mit ihren kleinen, spitzen Krallen schöne kleine Löcher reinziehen, sich auch gerne mal eine andere dunkle Ecke zum "Entladen" suchen, die unter Umständen vielleicht mit dem Putzlappen nicht gut erreichbar ist, usw...
Desweiteren markieren nicht nur Kater ganz gerne sondern Kätzinnen ist so was auch nicht immer fremd. Kurz vor und während der Rolligkeit setzen manche überall in der Wohnung (u.U. auch auf der Küchenzeile, Betten werden auch gerne genommen, etc...) ihre Markierungen oder pieseln kleine Lachen. Fängt eine Kätzin damit an, mache es die anderen ihr i.d.R. nach. Vom Geruch ganz abgesehen ist es manchmal ein Ding der Unmöglichkeit diese Stellen zu finden, wenn es nur kleine Tröpfchen sind.
Und was natürlich auch die Zucht mit sich bringt ist, dass man regelmäßig fremde Leute in der Wohnung hat, die auch nur mal so zum gucken kommen wollen....

Oben habe ich nun ausführlich geschildert, was meine persönlichen Beweggründen für die Entscheidung der Frühkastration sind.

Ein großer Vorteil ist aber auch, dass die Kleinen die OP sehr gut verarbeiten. Im Gegensatz zu erwachsenen Katzen, springen die Kleinen meist wenige Stunden später wieder rum, als wäre nichts geschehen, der Schnitt ist viel kleiner und auch die OP ist weniger blutig. Auch knabbern sie nicht an der Naht rum, im Empfinden, dass da irgendwas nicht so ist wie früher. Im Gegenteil, nach meinen Beobachtungen scheinen die Kitten gar nicht zu merken, was mit ihnen passiert ist.

Zum Abschluss kann ich nur sagen, dass ich meine Kitten mit einem sehr guten Gewissen an ihre neuen Besitzer abgebe, weil ich weiß, dass sie dort für den Rest ihres Lebens ein wirklich gutes Zuhause haben werden .... :o))

Nun zu den oben angekündigten Links:

Hier ein Auszug aus dem Erfahrungsbericht der amerikanischen Züchterin:

Als Züchter von Katzen werden wir oft mit dem Unverständnis der Tierschützer und der Betreiber von Tierheimen konfrontiert, die mit der Überbevölkerung an Haustieren, die niemand mehr bei sich aufnehmen will, zu kämpfen haben. Als verantwortungsvolle Züchter, versuchen wir, so vorsichtig wie möglich zu sein, wenn wir für unsere „Babies“ ein neues Zuhause suchen und die meisten, wenn nicht sogar alle von uns, haben auch eine Klausel in ihrem Verkaufsvertrag, der eine Kastration der Liebhabertiere verlangt, damit sie den bereits bestehenden Überschuß nicht verschlimmern | weiter |

Desweiteren hat am 18.08.2003 die populäre und gerngesehene Sendung "Herrchen gesucht" im Hessischen Regionalfernsehen sehr positiv darüber berichtet. Eine Zusammenfassung kann man auf der HR-Homepage nachlesen. Leider hat der HR den Bericht auf der Homepage..... Sehr schade
Ich habe ihn im Vertrauen, dass dieser Bericht immer auf der HP steht nicht kopiert. So hatte er begonnen:

Je früher, desto besser: Kastration von Katzen

Das Gerücht, eine Katze könne erst kastriert werden, nachdem sie einmal geworfen habe, hält sich leider hartnäckig. Diese Behauptung entbehrt jedoch jeglicher Grundlage. Um konsequent Nachwuchs zu verhindern, sollten die Tiere bereits vor Beginn der Geschlechtsreife kastriert werden......

Auch CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V. hat einen klasse Bericht darüber auf Ihrer Homepage.
Unter anderem gelten da nicht mehr die meist verwendeten Ausreden:

  • "Ich wusste nicht, dass sie sooo früh rollig werden kann"

  • "Mein Tierarzt sagt, er könne sie erst mit 6-7 Monaten kastrieren"

  • "Ich habe es völlig vergessen"

  • "Ich hatte gerade kein Geld"

  • "Meine Grossmutter sagt, sie müssen einmal geworfen haben"

  • "Meine Tante sagt, sie müssen einmal rollig gewesen sein"

  • "Sie war so rollig und ist mir durchs Fenster entwischt"

  • "Unsere Kinder sollen einmal das Wunder der Geburt miterleben"

  • "Sie ist so wunderschön, und ich wollte unbedingt Kinder von ihr haben"

  • Sie soll einmal erleben, was es bedeutet, Mutter zu sein"

    Hier kommen Sie direkt auf diesen Bericht

Wenn Sie noch mehr darüber lesen möchten, kann ich folgende Seite empfehlen, die auch zur Frühkastration Stellung nimmt:


nach oben

                                                                                                   

|alte Homepage|